Hat der Mensch noch eine Zukunft, oder verfügt und bestimmt das Geld über den Menschen. Die Frage nach der Zukunft des Menschen lässt sich nur beantworten, wenn wir nach den Grundlagen suchen, die das Leben und Handeln des Menschen bestimmen, und dabei die Ursachen für mögliche Fehlentwicklungen aufdecken. Wo die Solidarität der Bürger als Bürger nicht als Grund des Gemeinwesens gedacht werden kann, wird auch nicht begriffen, dass sie schon bislang den Grund unseres Wohlstands ausgemacht hat. Die Überzeugungen von einem sinnerfüllten Leben, werden expertenhaft entmündigt. Es wird von höherer Warte vorentschieden, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Für die Marxsche Theorie gilt dies ebenso wie für den Markt-liberalismus. Beide können die basale Verank-erung der Praxis in einer Gemeinschaft aller Bürger nicht begreifen und erliegen in ihren Er-klärungsbemühungen einer ökonomischen Ver-kürzung.
Dass ein Bürger überhaupt einen Beruf zu ergreifen bereit ist, ruht darin, einen Beitrag zum Wohl des Gemeinwesens leisten zu wollen, um Freiheit zur Selbstverwirklichung und Anerkenn-ung durch die Gesellschaft zu erfahren. Ist also die intrinsische Motivierung der Grund jeglichen beruflichen Erfolgs, dann muss deren Entfaltung gefördert werden.
Die Motivation der Werteerzeugung ist der Zweck des Wirtschaftens, nicht der Arbeit. Diese Voraus-setzung zur Motivation schafft die Wirtschaft also nicht von selbst, sondern sie bedarf ihrer als Existenzsicherung. Des weiteren bedürfen Güter die erzeugt werden, einer Absatzchance – auch hier waltet kein psychologischer Mechanismus, nach dem Bedürfnisse produziert werden. Wie komplex dieser Zusammenhang zwischen Pro-dukt und Absatzchance heute ist, lässt sich nicht mit der einfachen Formel die Produktion bestim-mt die Bedürfnisse erklären. Sie setzt immer schon ein entscheidungsfähiges Individuum vor-aus, welches überhaupt zu produzieren bereit und zu konsumieren willig ist. Sonst ließe sich das Scheitern einiger Produkte und der Erfolg anderer nicht erklären.
Die Herausforderung zu leisten, die dem ein-zelnen gegenübertritt, muss also auch ange-nommen und in ein berufliches, familiäres und bürgerschaftliches Engagement gewendet wer-den. Es ist nicht erzwingbar, wie der ökonom-ische Reduktionismus suggeriert. Die Entfaltung einer protestantischen Ethik ist vielmehr nur zu erklären, wenn man ihren Kern – den universal-istischen Leistungsbegriff und die Stellung des In-dividuums in ihm – betrachtet. Was wir rück-blickend als Ideologie der Arbeitsknechtschaft betrachten, ist historisch ein Schritt zur Freiheit und der Aufwertung des Individuums gewesen. Nicht wird der Mensch durch Arbeit zum Men-schen, sondern durch seine Anerkennung als Zweck an sich in einem Gemeinwesen und in der Familie. Das Gelingen des Prozesses der Soziali-sation vom Kind zum Erwachsenen entscheidet sich daran, ob ein Kind genau diese Anerkenn-ung erfährt. Sie ist es, woran sich Selbstver-trauen bildet, das wiederum erst ermöglicht, sich mit einer Sache als Herausforderung auseinan-der zusetzen, sich zu engagieren.
Dieser Zusammenhang erscheint den Linken irrelevant, wenn sie mit Berufung auf Marx zum ewigen Gesetz erklären: „Die Arbeit ist alles, (...) Grundlage des menschlichen Lebens als auch Grundbedingung der Menschwerdung und des Menschen selbst. Das Gesellschaftsmodell, das hier angestrebt wird, ist also keine die Arbeit vernachlässigende Freizeit- und Konsumgesell-schaft, kein Schlaraffenland, sondern eine auf Schöpferkraft und Leistung basierende Arbeitsge-sellschaft, deren Produktivität es erlaubt, dass je-der entsprechend seinen Fähigkeiten tätig ist und entsprechend seinen Bedürfnissen am gesell-schaftlichen Reichtum partizipiert. Was meinen die Linken hier nun? Angesichts unserer gegenwärtigen Wertschöpfung, deren Einschätzung die Linken durchaus teilen und die auch in den gegensätzlichen Lagern nicht um-stritten ist, sehen wir uns mit dem Erfolg ver-gangener Entscheidungen konfrontiert.
Seit langem schon wächst die Werterzeugung bei sinkenden Arbeitsstunden, die zu ihrer Erwirt-schaftung notwendig sind. Zum einen geht dies auf Produktionssteuerungen durch den Einsatz von Technologien zurück, zum andern mussten und müssen diese Technologien zunächst erst einmal entwickelt werden. Dazu bedarf es eines leistungsbereiten Individuums, das sich in den Dienst eines überindividuellen Zwecks stellt. Doch diese Leistungsbereitschaft ist nicht das Ergebnis eines ökonomischen Zwanges, außer man lässt als solches gelten, dass nur über die Erwerbsarbeit ein reguläres Einkommen erzielt werden kann. Damit ist aber noch nicht erklärt, weshalb der einzelne einen bestimmten Beruf ergreift, bestimmte Aufgaben als Herausforder-ung begreift und sich mit ihnen auseinandersetzt.
Wir stehen heute vor einem Dilemma: Entweder wir halten an der Vorstellung fest, dass nur das monetarisierte Beschäftigungssystem lebensfähig ist, und meinen infolgedessen, wir würden vor einem unlösbaren Arbeitslosenproblem stehen, weil uns die bezahlbare Arbeit ausgeht, oder wir akzeptieren allmählich die Auffassung, dass heutzutage der Wohlstand auf eine integrierte und von einander abhängige Weise im Rahmen der monetarisierten und der nichtmonetarisierten Systeme gemeinsam geschaffen wird.
Die sozialtechnokratische Vision der Ermöglich-ung von Freiheit, die vor allem als Problem der Steuerung des Gemeinwesens betrachtet wird, tritt an die Stelle der Ermöglichung der Freiheit die Manipulation von oben, statt offener Debatte und Suche nach Gefolgschaft leitende Bevor-mundung. Die Freiheit des Bürgers scheint auch den Linken ein Graus zu sein, denn im Schlaraf-fenland ist man vor allem eines, frei von Arbeits-last und Arbeitsverpflichtung, obwohl der Marxis-mus selbst darauf hinweist, dass Freiheit unvoll-ständig, „formal“, sei, wo der einzelne nicht wirklich selbst wählen könne, weil sein Einkom-men von Erwerbsarbeit abhängt. Diese Verknüpf-ung von Arbeit und Einkommen war politisch gewollt, und zwar nicht einfach von den Herrsch-enden, wie man sich das gerne vorstellt. Sie entsprang einer Gerechtigkeitsvorstellung, einer Vorstellung von einem sinnerfüllten Leben, die die Herrschende und Beherrschten gemeinsam teilten. Sie verhalf den neuen „Arbeitsregime“, wie die Marxisten es nennen, zur Geburt.
Wirklich ist – was wirkt – ist, die Erwerbsarbeit schmilzt dahin wie der Schnee in der Sonne. Aber – es bleibt genug zu tun! Eine widersprüchliche Aussage? Keineswegs, denn mit der Wirtschaft globalisiert sich auch die Ar-beit. Technologische Entwicklungen, neue Soft-ware und ständig weiter steigende Produktivität machen auch die bezahlte Erwerbsarbeit im Dienstleistungsbereich immer „überflüssiger“. Andererseits nehmen die Tätigkeiten in der Fa-milie, der Nachbarschaft, der Gemeinde, den Verbänden und Organisationen zu – aber es sind keine ausreichenden finanziellen Ressourcen vorhanden, um sie zu realisieren. Hier ent-wickeln sich in Tauschringen und Tauschbörsen, in Selbsthilfegruppen und Bürgerinitiativen im-mer neue Tätigkeitsfelder, die sich wiederum mit neuen Formen der Finanzierung verbinden.
Unternehmen werden immer kleiner und „virtu-eller“, es werden mehr und mehr kurzfristige, projektbezogene Tätigkeiten angeboten, die sich einer hochentwickelten Informations- und Kom-munikationstechnik bedienen. Auf diese Art und Weise steuern kleine Projektgruppen Unter-nehmen mit hohen Umsätzen.
Vor allem vier große Entwicklungslinien sind es, die die etablierten Strukturen der industriege-sellschaftlich geformten Arbeitswelt ins Wanken bringen:
- die forcierte Rationalisierung, die die Szenarien einer “Informationsgesellschaft ohne Arbeit“ zum Thema gemacht hat;
- die beschleunigte Globalisierung, die bis dato ohne weltweit wirksame Regulierung geblieben ist;
- die räumliche und zeitliche Zersplitterung von Arbeit, die insbesondere die Bedeutung des Betriebs als Gravitationszentrum der Arbeitswelt zunehmend reduziert.
- die erleichterte Flexibilisierung, die das her-kömmliche Normalarbeitsverhältnis in eine Viel-zahl neuer, zum Teil prekärer Arbeitsformen zer-legt. Im Begriff des „virtuellen Unternehmens“ kommt diese Tendenz zum Ausdruck.
Trotz dieser Entwicklungen hält die offizielle Po-litik in den meisten Ländern an dem Mythos fest, die Wirtschaft wird es schon richten, wenn man sie nur ausreichend liberalisiert, privatisiert, de-reguliert, die Arbeitseinkommen differenziert und sie absenkt. Die Wirtschaft wird – entgegen aller Beteuerungen – diesen Auftrag nicht einlösen können. Ihre Aufgabe ist es nicht Arbeitsplätze zu schaffen, sondern die Bürger mit ausreichenden preiswerten Güter und Leistungen zu versorgen.
Der Sozialstaat soll Schutz vor Not und Sicherheit gewährleisten. Doch indem er alle gleichmachen will, bedroht er unsere Freiheit und damit unsere Grundlage um Wirtschaftswohlfahrt für jeden Bürger generieren zu können. Demokratie wird heute allgemein als Grund-rechtsdemokratie verstanden. Sie garantiert, zu-sammen mit dem Rechtsstaat, Menschenwürde und Freiheit für jedermann, und zwar als Rechts-anspruch, der durch unabhängige Gerichte ge-schützt und wenn nötig unmittelbar durchgesetzt wird. Dennoch ist ausgerechnet in unserer vom Grundgesetz so bezeichneten „freiheitlichen Grundordnung“ diese Freiheit in Gefahr.
Der Schauplatz, auf dem ihr Niedergang sich be-obachten lässt, ist der Sozialstaat. Das mag zunächst verwundern, weil soziale Leistungen doch gerade die Aufgabe haben, Freiheit zu ermöglichen, indem sie auch für Schwächere die Chance auf eine selbständige Entfaltung der Per-sönlichkeit schaffen. Doch von diesem Ziel haben wir uns inzwischen weit entfernt. Zwar ist der heutige Sozialstaat noch immer ein Staat, der Not lindert und Sicherheit gewährleistet, aber das wird von vielen nicht mehr als seine eigent-liche Aufgabe angesehen. Spätestens seit den siebziger Jahren meint man, sein Zweck bestehe hauptsächlich in einer an den jeweiligen po-litischen Vorstellungen orientierten Einkommens- und Vermögensumverteilung zwischen Arm und Reich. Immer stärker strebt der Staat mit seinen Steuer- und Abgabegesetzen danach, die Ergeb-nisse der marktwirtschaftlichen Ordnung zu korri-gieren.
Bei der Sozialpolitik in Form einer umfassenden Gesellschaftspolitik geht es aber um mehr als um die Korrektur der marktwirtschaftlichen Ordnung nach politischen Maßstäben. Es geht um die rigorose Gleichstellung des Menschen, um seine Gleichschaltung. Dieses Ziel der Sozialpolitik, Gleichheit herzustellen, widerspricht unserer Ver-fassung. Sie will Gleichberechtigung, nicht Gleichstellung.
Der Fühsozialist Pirre Joseph Proudhon, der 1848 die Gründung einer Tauschbank „banke d`èchan-ge“ in Basel/Schweiz vorschlug, sprach davon, dass Gegenseitigkeit die Formel für Gerechtigkeit sei. Einkommensgefälle, Ausgrenzung sozial Schwacher, Nord-Süd- Gefälle, Arbeitslosigkeit usw. sind Folgen des heutigen monetären (Geld/ Währungssystems). Das herkömmliche Geld bein-haltet eine Dynamik die Geld dort akkumuliert, wo schon viel ist.
Wenn Wirtschaftskräfte sich selbst überlassen bleiben, so kommt nicht das Beste heraus, außer für die Mächtigen.
Der grenzenlose Finanzmarkt als universale Quelle des Wohlstands und Hüter der ökonom-ischen Weltvernunft ? Diese Verheißung der Neo-liberalen und Marktradikalen ist nicht nur irre-führend sondern auch gefährlich! Derlei Phrase-ologie verstellt den Blick auf das politische Risi-ko, dass damit verbunden ist. Denn je abhäng-iger Staaten vom Wohlwollen der Anleger wer-den, um so rücksichtsloser müssen Regierungen eine Minderheit begünstigen; die Besitzer von Geldvermögen.
Die Galbraith Studien behandeln ausführlich all die irrigen Annahmen der neoklassischen Wirt-schaftsrichtung, die in zu vielen Klassenzimmern und Lehrbüchern immer noch als der Inbegriff der wissenschaftlichen Weißheit gilt. Diese Annahmen – dass 1. die meisten wirtschaft-lichen Aufgaben auf Instruktionen des Marktes hin erfüllt werden, 2. das Unternehmen dem Staat untergeordnet seien, 3. der Verbraucher letztlich Natur und Fluss der angebotenen Waren und Dienstleistungen bestimme - alle diese Täuschungsmanöver werden in den Galbraith Studien scharf kritisiert und überzeugend ins Reich der Fabeln verwiesen.
Eine dieser Galbraith Studie dokumentiert, wie die Souveränität und Fähigkeiten des Ver-brauchers durch die Macht von Wirtschafts-unternehmen und deren ausgeübten Kontrolle, zersetzt wurde. Die ihr Kapital und Fähigkeiten rücksichtslos einsetzten um die Märkte durch Werbung und Kapitalkonzentration zu domi-nieren, um ihre beherrschende Rolle zu festigen, und um die kommerziellen Massendienstleist-ungssysteme zu kontrollieren.
Selbst in seiner Eigenschaft als Wähler ist der Verbraucher mittlerweile ebenfalls dem Einfluss unternehmerischer Macht erlegen, die durch Wahlkampfspenden, Beeinflussung von Politikern und die zunehmende Verflechtung zwischen Großunternehmen und den aus dem Boden schießenden staatlichen Bürokratien.
Wie weit der Kapitalkonzentrationsprozess in Deutschland vorangeschritten ist, dazu eine Stu-die aus dem Jahr 2002 der Hans Böckle Stiftung. Danach verfügen alle privaten Haushalte in Deutschland als Geldrücklage über 4,2 Billionen Euro. Dies sind nicht einmal 5% der gesamten Geldrücklagen der Bundesrepublik Deutschland. 80% aller Geldrücklagen befinden sich in der Hand der Kapitalstarken, in Großunternehmen wie Banken, Versicherungen, Fonds oder in staatlichen Einrichtungen, aus denen Politiker sich dann ungeniert bedienen.
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung: BIP für 1999 am 31.12.1999, für die BRD betrug das BIP 3 393 630 000 000 DM oder 1 978 600 000 000,- € davon entfielen: auf die Produzenten des Wohlstands .................... 34,2%, auf die Reduzenten des Wohlstandes dem Konsum............................................................51,3%, auf die Recycler des Wohlstands wie Wissenaufbereitung und Lehre.........................14,4%.
Das BIP Gesamtbetrag in €, Zielgebiet Bundesrepublik Deutschland, als Basiszahl für die Betrachtung von Entwicklungen. Quelle Statistisches Bundesamt: Wohlstandserzeugung nach MWW Maßstab der Vereinten Nationen: Jahr Gesamtbetrag (BIP) in Tausend Produzenten % Reduzenten% Recycler% 1999 1 978 600 000 676 681 34,2% 51,3% 14,4% 2000 2 030 000 000 nicht ermittelt neue Berechnungsbasis: 2001 2 074 000 000 565 168 000 27,25% 72,75% 2002 2 107 300 000 589 201 000 27,96% 72,08% 2003 2 128 200 000 599 626 000 27,74% 72,26% 2004 2 177 000 000 606 076 000 27,84% 72,16% 2005 2 244 000 000 498 168 000 22,20% 77,80% 2006 2 300 000 000 460 000 000 20,00% 80,00% 2007 2008 2009
Eine Wohlstandsmehrung fand in diesem Zeit-raum in Wirklichkeit nicht statt, trotz 13,30% nominales Wirtschaftswachstum gegenüber dem Jahr 2000. Die Gesamtverschuldung von Bund Länder und Kommunen beträgt immer noch das 5-fache der Produktion.
Eine Betrachtung der Entwicklung der Geldrück-lagen in der Bundesrepublik Deutschland.
Die Eröffnungsbilanz 1948 der neugeründeten BRD zeigte eine Geldrücklage von ............................................100 Miliarden DM auf.
Die gesamten Geldrücklagen betrugen 1998 lt. nach dem damaligen Finanzminister Dr. Theo Weigel, ca.168 Billionen DM, die dann in 82,4 Bil-lionen Euro umgetauscht und der Europäischen Zentralbank unterstellt wurden. Davon verfügten alle privaten Haushalte über nur 4,2 Billionen €. 95% der Geldrücklagen befanden sich demnach in der Hand weniger Kapitalstarken den Groß-kapitalisten oder in Händen staatlicher Großbüro-kratien.
Einer Studie aus dem Jahr 2002 der Hans Böckle Stiftung zufolge verfügten alle privaten Haushalte in Deutschland als Geldrücklage über 4,2 Bil-lionen Euro. Dies sind gerade nicht einmal 5% der gesamten Geldrücklagen der Bundesrepublik Deutschlands. 80% aller Geldrücklagen befinden sich in der Hand des Großkapitals, in Großunter-nehmen mit Großbürokratien, wie Banken, Ver-sicherungen, Fonds und in staatlichen Einricht-ungen. 15% befinden sich bei der Bundesbank als Goldreserve.
Auf die privaten Haushalte verteilten sich die privaten Geldrücklagen von 4,2 Billionen wie folgt: 10,0% der Haushalte verfügen über mehr als 1 Millionen Euro 20,0% der Haushalte verfügen bis zu 1 Millionen Euro 40,0% der Haushalte verfügen über bis zu 45 000,- Euro 30,0% der Haushalte haben keine Geldrücklagen.
Aber das BIP der Volkswirtschaft der Bundes-republik wächst weiter, wenn auch in den fol-genden Jahren nur noch moderat, aber es nahm zu. Festzustellen bleibt was wächst? Es sind die Erträge auf investiertes Geld was wächst. Aber ca 70% der Haushalte in Deutschland verfügen über keine Geldrücklagen die sie investieren können, um zusätzliches Einkommen daraus zu erwirt-schaften. Zusätzliches Lohneinkommen wird über Erhöhungen von Gebühren und Abgaben sofort abgeschöpft, oder wandert über kurz oder lang in den Konsum ab. Darum werden die Reichen im-mer reicher und die Armen immer ärmer und spaltet die Gesellschaft. Belegen lässt sich dieser Vorgang mit Untersuchungen der Deutschen Bun-desbank über die Einkommensquellen der Bürger in Deutschland:
Jahr aus Lohn-u.Gehalt Zins/Gewinnentnahme Renten/Soziallei- 1978 54,0 % 23,0 % 23,0 % 1994 45,0 % 33,0 % 22,0 % 2002 33,0 % 46,0 % 21,0 % 2004 22,0 % 52,0 % 26,0 % 2008 18,0 % 58,0 % 24,0 %
Wie hoch tatsächlich die Reichtumsmehrung auß-erhalb Deutschlands von Deutschen Unterneh-men und Investoren ist, hierüber existieren noch keine Angaben. Jedenfalls wird der Reichtums-zuwachs immer stärker außerhalb von Deutsch-land von Deutschen Unternehmen und Investoren erzielt. Was Großunternehmen in Deutschland veranlasst ihre Strategien zu ändern, (siehe Karstadt/ Quelle, FAG, Opel, VW, usw.) und so dem Staatshaushalt der Bundesrepublik Deutsch-land Steuern und Abgaben entziehen, weil die Gewinne dort zu versteuern sind wo sie anfallen, und nicht mehr in Deutschland. Die so erzielte Reichtumsmehrung wird immer wieder investiert, natürlich nur dort wo entsprechende Gewinne erzielt werden, um damit noch mehr Reichtum anzusammeln, zur Befriedigung der eigenen Habgier. Allein 8% der Bevölkerung in Deutsch-land bilden die Unterschicht, sind völlig mittellos und der Verwahrlosung ausgesetzt, ohne Per-spektive, Hoffnung und Hilfe. Zweidrittel der Kin-der in Deutschland muss mit Sozialhilfe auf-wachsen. 70% der Haushalte in Deutschland verfügen über keine Geldrücklagen um daraus Einkommen zu erzielen. Von den 82 Millionen Einwohner der Bundesrepublik Deutschland war-en zum Stichtag der Untersuchung am 1.1.2000 33.1% noch Erwerbstätig und davon aber 10.1 % ohne Beschäftigung, insgesamt 66,9 % der Bevöl-kerung waren Nichterwerbstätig, sie müssen von den 23,0 % der Bevölkerung alimentiert werden. Hier tickt eine gesellschaftliche Bombe, mit ex-plosiver Sprengkraft für das gesellschaftliche Zu-sammenleben.
Wie der Council on Econmic Priorties in vielen seiner Vergleichsstudien über das soziale Ver-halten von Unternehmen gezeigt hat, ist der Ein-fluss verschiedener Unternehmen auf unser Le-ben und unser soziales System außerdem sehr willkürlich und wechselhaft, was nicht unbedingt mit sozialen Prioritäten, Bedürfnissen oder dem Allgemeinwohl zusammenhängt, sondern viel-mehr Ausdruck der subjektiven Unternehmens-interessen an Wachstums- und Profitmaximier-ungszielen ist. Es zeigt sich immer deutlicher, dass Milton Friedmanns Argumentation, dass die Unternehmen nur der Maximierung von Gewin-nen nachgehen sollten und kein Recht hätten, zu versuchen, die Gesellschaft zu beeinflussen, schi-zophren ist. Denn gerade dadurch, dass Unter-nehmen sich ihrem Profitstreben hingeben, be-lasten sie die Gesellschaft mit enormen Sozial- und Umweltkosten und anderen Auswirkungen. Oder wie der Zukunftsforscher Willis Harman vom Stanford-Forschungsinstitut erklärt: „Die Öffent-lichkeit erkennt immer deutlicher, dass die unter-nehmerischen Ziele sich nicht an sozialen Zielen orientieren. Man könne sogar sagen, dass die von Adam Smith erdachte „wohltätige unsicht-bare Hand für immer mehr Bürgern zu einem plumpen, erbarmungslosen Fuß geworden ist, der auf sozialen, menschlichen und Umwelt-werten herumtrampelt, statt auf sie zu reagier-en.“ Um die Unabhängigkeit und damit die Freiheit zur Selbstverwirklichung und Anerkennung durch die Gesellschaft des Beschäftigten zu ermög-lichen, gelingt dies nur durch die finanzielle Vor-sorge direkt beim Bürger, für die Fälle des Le-bens, wie dies bereits 1964 Ludwig Erhard ge-fordert und durchsetzen wollte. |